Historischer Stelenwanderweg in Günne
Entdecken Sie die Geschichte Günnes auf unserem einzigartigen Stelenwanderweg. An 20 historischen Orten im Dorf erwarten Sie informative Tafeln und QR-Codes, die Ihnen tiefe Einblicke in unsere Vergangenheit gewähren. Eine Reise durch Zeit und Tradition beginnt hier.

Jeder Schritt erzählt eine Geschichte
Die Idee zur Stelen Wanderung ist wahrscheinlich zurückzuführen auf den Unternehmerstammtisch Günne, ca. 2014. Da organisierte der Stammtisch zusammen mit Ortskundige Rainer Vorwerk und Freunde mehrere historischen Wanderungen rundum Günne. Unter anderem wurde die Altareiche, das Kloster Himmelpforten und der Langenberg (höchste Punkt von Günne) besucht.
Die Idee wurde ca. 2015 aufgenommen von dem Verein „Zukunft Günne e.V.“ und die Planung und Umsetzung wurde in Teile schon angefangen. Nach Entwurf der Architektin Helen Abraham wurden 20 Stelen aus Cortenstahl angefertigt. Es wurden schon einige Texte angefertigt und auch schon einige Fundamente gelegt. Aus verschiedensten Gründen kam dann aber das Projekt in Stocken. 2026 bekam das Projekt aber wieder Aufwind und es ist anzunehmen das alle 20 Stelen inklusive Texte in der ersten Hälfte von 2026 stehen werden.

Sägewerk Vorwerk
Anfang des 20. Jahrhunderts bekam der Zimmermeister Josef Vorwerk aus Letmathe beim Bau der Möhne-Talsperre den Auftrag, die Türme der Sperrmauer und den Seehof zu richten. Er holte seine Familie nach und baute hier mit seinem Sohn Karl ein Sägewerk auf. Da der Betrieb auf dem Gelände des heutigen Ausgleichsweiher lag, wurde dieser im Jahre 1943 bei der Bombardierung der Sperrmauer von den Fluten weggerissen.
Karl Vorwerk baute 1947 nach einem Brand im Jahre 1946 das Sägewerk an dieser Stelle wieder auf.
Karl jun. spezialisierte sich später auf die Herstellung und den Vertrieb von Gartenhäusern, Holzmöbeln, Zäunen usw. Nach seinem Tod führt sein Sohn Tobias den Betrieb weiter.
Das Gemälde stammt von Max Schulze - Sölde. Das Foto zeigt das Schützenfest das Nach dem Krieg Jahrelang auf das Gelände des Sägewerks gefeiert wurde, bis die neue Halle wie wir sie kennen fertig gestellt wurde.

Die alte Günner Mühle-jetzt LIZ
1913 wurde die Günner Mühle als Maschinenmühle in Bruchstein erbaut. Sie war Ersatz für eine alte Wassermühle, die am Flusslauf der Möhne im Möhnetal beim Bau der Talsperre weichen musste.
Der alte Antrieb - die Transmission, die mit elektrischem Strom betrieben in früherer Zeit das Mühlrad in Gang setzte, befand sich im Keller des Gebäudes.
Die Mühle war Teil des Gutes Schulte- Günne, bis sie 1933 in den Besitz der Familie Schade überging. Die Familie Schade betrieb die Mühle bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Lohn- und Handelsmühle.
Aufgrund der dicken Bruchsteinmauern überstand das Gebäude relativ unbeschadet die Bombardierung der Sperrmauer durch die Alliierten mit der nachfolgenden Flutkatastrophe im Möhnetal in der Nacht des 16./17. Mai 1943.
Seit 1993 stellt die Gemeinde Möhnesee dem Trägerverein für das Landschaftsinformations-zentrum Wasser und Wald in der Gemeinde Möhnesee das Gebäude zur Nutzung zur Verfügung.

Feuerwehr Möhnesee
Wie in viele Städten und Gemeinden begann auch in unserem Dorf die Geschichte der Feuerwehr aus der Not. Mit einem Feuerhaken und zwei Leitern rückte man im frühen 19. Jahrhundert dem Feuer zu Leibe. Erst im Märze 1911 erfahren wir von einem eigenen Statut der Feuerwehr in Günne, so dass man in diesen Jahren von einer organisierten Gemeinschaft sprechen kann.
Die Akten des Soester Landrates bieten uns unter dem Datum des 6. März 1922 ein Bild von der damaligen Feuerwehr: 37 Mitglieder, ein Spritzenhaus in gutem Zustand, 1 Saugspritze mit 130 mm Zylinderweite, 45 m Schlauch, 2 Stegleitern, 1 Ausziehleiter, 1 Anstelleiter 6 m.
Nach unregelmäßigen Zusammenkünften in den ersten Nachkriegsjahren beginnt mit der Generalversammlung vom 2. März 1951 ein ordentlicher Betrieb.
Neu an der Entwicklung der kommenden Jahrzehnten ist die Ausweitung der Aufgaben der Feuerwehr. Die Breite der Einsatzmöglichkeiten verlangt intensive Schulung und Übung, aber auch Ausstattung mit modernen technischen Geräten und deren Handhabung.
1981 löste das „neue“ Feuerwehrgerätehaus das Spritzenhaus aus dem Anfang des 20. Jahrhundert ab. Nachdem dieses mehr als 40 Jahre gute Dienste geleistet hat, wurde in 2025 das neue Feuerwehrgerätehaus fertiggestellt (Quelle: Günne 1190-1990)

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- Januar 1863
Amts-Blatt der Königlichen Ober-Post-Direktion
Vom 29. D. Mts. Ab wird an dem zwischen Delecke und Himmelpforten an der von Drüggelte nach Neheim führenden Chaussee gelegenem Haus des Friedrich Nettelhoff in Günne eine Posthaltestelle eingerichtet werden. Die Entfernung zwischen Drüggelte und der neuen Haltestelle in Günne ist auf ½ Meile, Neheim und der neuen Haltestelle in Günne auf 1 ½ Meile, Delecke und der neuen Haltestelle in Günne ist auf ein ¼ Meile, Himmelpforten und der neuen Haltestelle in Günne ½ Meile festgestellt worden. Arnsberg, den 25. Dezember 1862
Den Bedürfnissen des zunehmenden Verkehrs, den vor allem die Möhnestraße mit sich bringt, stellt sich Theodor Nettelhoff 12 Jahre später, wenn er an dem Amtmann schreibt: Es kommt tagtäglich vor, daß Fußleute bei mir einhalten um eine Erquickung zu erhalten sowie auch um die Pferde abzufüttern. Ich darf nicht verabreichen, weil mir die Konzession fehlt.
Nachdem der Landrat die räumlichen Gegebenheiten auf Grund eingereichter Bauzeichnungen überprüft und sich vergewissert hat, daß gegen die Person des Nettelhoff keine Einwände bestehen, hat er gegen die Einrichtung einer ordentlichen, ländlichen Gastwirtschaft im späteren Lokal Heitger kein bedenken.
Quelle: Ulrich Löer (Hrsg.): Günne 1190–1990

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Gunethe
Gunethe ist der mittelalterliche Name für Günne, 1190 erstmals urkundlich erwähnt, und bedeutet „gönnen“.
Hier in der Gunethe lebten die Kleinbauern Nölle und Birkemeier. Beruflich war man zusätzlich Fuhrunternehmer mit 2 Pferden und Wagen bzw. Hebamme und Müller in der Günner Mühle.
Nachbarschaftspflege und gegenseitige Hilfe sind Werte, die gepflegt werden.
Unverzichtbar bei dem Großbrand Weihnachten 1859, bei dem 7 Häuser in deiner Linie von Nölle-Dunker bis zur alten Schule in der Hangstraße abbrannten. Die Geschichte ist für das Haus Gunethe 3 ins Fachwerk eingeschnitzt, das mit gemeinsamer Hilfe in 1/2 Jahr wieder aufgebaut wurde, solange mußten Mensch und Tier bei den Nachbarn unterkommen.
Aus der Tradition heraus halten wir die Werte der Gastfreundschaft und Engagement in Organisationen der Gemeinde hoch und gestalten mit.
Wie lieben die Heimat und erhalten sie und „gönnen“ uns den Luxus, die Feste so zu feiern wie sie fallen.

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Zur Geschichte des Kindergartens in Günne
Mit der behelfsmäßigen Unterbringung eines Kindergartens in der alten Schützenhalle, mit dem Ausweichen in die Schule und in den Saale der Gaststätte Heitger sowie schließlich mit dem Einzug in das Schwesternhaus begann in Günne die Tätigkeit einer Einrichtung, die heute zum selbstverständlichen Angebot in der Gemeinde Günne gehört.
Nach Weggang der Vinzentinerinnen im Jahre 1959 übernahmen die Schwestern Iphigenie und Klothilde vom Herz-Jesu-Institut Germete den Günner Kindergarten, der von der katholischen Kirchengemeinde getragen wurde und somit von Anfang in engem Kontakt zum Leben der Pfarrgemeinde und zum jeweiligen Pastor stand.
Nach dem Tod bzw. Weggang der Germeter Schwestern 1971 und mit der Anstellung einer ausgebildeten Kindergartenleiterin und schließlich auf Grund des Kindergartengesetzes von 1972 wurde ein veränderter Rahmen geschaffen, die der Anfang bildeten von unserem jetzt modernen Kindergarten
Quelle: Günne 1190-1990, herausgegeben von Ulrich Loer

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Kirche St. Antonius (der Einsiedler)
Nach der Ersterwähnung des Ortes Gunethe (Günne) im Jahre 1190 in einer Güterliste des kölnischen Erzbischofs Philipp von Heinsberg erscheint der Hof Schulte in Günne in weiteren Urkunden der Grafen von Arnsberg im 13. und 14. Jahrhundert.
Da sich im Bereich von mittelalterlichen Hofanlagen und Burgen häufig Kapellen befanden, ist zu vermuten, dass es schon recht früh eine Kapelle auf dem kölnischen Besitz in Günne gab. Die ersten Belege haben wir in einer Glocke von 1564, die bis zum Ersten Weltkrieg läutete, sowie in einer bis 1897 vorhandenen spätgotischen Madonna und in einer kostbaren Zylindermonstranz aus dem 16. Jahrhundert, heute Leihgabe im Diözesanmuseum Paderborn. So lässt sich die einschiffige Landkapelle, der Vorgängerbau der heutigen Kirche, wohl bis in das 16. Jahrhundert verfolgen.
Im Jahre 1897 nehmen die Paderborner Architekten Mündelein und Sirrenberg den Erweiterungsbau vor. Unter Beibehaltung des Turmes und Langhauses entscheiden sie sich für ein neugotisches Querhaus mit dreiseitigem Chorabschluss nach Osten. Dieser Baukörper ummantelt gleichsam Chorraum und Langhaus der spätmittelalterlichen Kapelle. Der neugotische Baustil galt um die Jahrhundertwende als die gültige Bauform für katholische Kirchen. In seinem Bauhandbuch von 1870 „Die Kunst im Dienste der Kirche“ schreibt G. Jakob: Der gotische Stil entspricht dem Bedürfnis und dem Geist des katholischen Cultus, weil dieser Stil gleichermaßen für Kirchen und Kapellen anwendbar ist. Der romanische Stil steht noch zu sehr unter dem Einfluss der Antike.
Quelle: Flyer Kath. Kirchengemeinde St. Antonius Günne 1997 Text: M. Winkelmann